Haarausfall – was tun?

Freitag, 20. August 2010

Es gibt zwar weitaus schlimmere Erkrankungen als Haarausfall – trotzdem ist es für Betroffene ein ernsthaftes Problem. Nicht nur, dass man nicht mehr in den Spiegel schauen möchte, auch das Selbstbewusstsein leidet, wenn die Haarpracht schwindet.

Frauen suchen bei dem Problem Haarausfall meist häufiger einen Arzt auf als Männer. Denn welche Frau möchte schon ” oben ohne ” durch die Gegend laufen? Bei Männern wird dünnes Haar oder auch eine Glatze einfach hingenommen -Frauen mit lichtem Haupthaar hingegen werden in der Öffentlichkeit häufig angestarrt.

Fakten, Fakten, Fakten – das Ausfallen von bis zu 100 Haaren pro Tag ist vollkommen normal. Also kein Grund zur Sorge! Worauf Frauen achten müssen: Wegen der meist längeren Haare erscheint die Haarmenge mehr – es sieht also nach viel mehr aus als es in Wirklichkeit ist! Hier ist Geduld gefragt: Zählen sie einfach die ausgefallenen Haare. Die können auf dem Kopfkissen liegen, sich im Bad oder im Waschbecken befinden oder auch an der Bürste hängen.
Aufgepasst: Im Frühling und im Herbst können mehr Haare als sonst ausfallen – und zwar ohne jegliche Erkrankungen! Viele Menschen verlieren ” ihr Fell ” zu diesen Jahreszeiten. Dies ist aber kein Grund zur Sorge, sondern vollkommen normal!
Nur wer regelmäßig mehr als 100 Haare ( und damit sind nicht 101 Haare, sondern wesentlich mehr gemeint ) verliert, der sollte den Grund für den ungewollten Haarverlust suchen!

Ungefähr 85 – 90 % unserer Haare befinden sich in der sogenannten Wachstumsphase / Anagenphase  – diese Phase dauert je nach Veranlagung zwischen 2 und 5 Jahren. Leider ist genau in dieser Wachstumsphase das Haar besonders gefährdet – hier können schon kleinste Störungen wie Krankheiten, Medikamenteneinnahme oder Diäten zu ungewollten Haarverlusten führen.

Nach der sensiblen Anagenphase kommt die Übergangsphase / Katagenphase. Diese dauert ungefähr 2 – 3 Wochen und wird von der Ruhephase / Telogenphase abgelöst. Diese letzte Phase der Haare dauert ca. 3 – 5 Monate an.

Wird das Haar also bei seinem Wachstum in der Anagenphase gestört, so verkürzt sich die Lebensdauer der Haare und es fällt eher aus.

Haarausfall kann nun verschiedene Ursachen haben – meist ist der sogenannte ” erblich bedingte Haarausfall ” die Ursache für den Verlust des Haupthaares. Andere Bezeichnungen für diese Form sind auch: androgenetischer Haarausfall, anlagebedingter Haarausfall, hormoneller Haarausfall. Der androgenetische Typ wird auch noch als Alopecia androgenetica bezeichnet.
Bei diesem erblich bedingten Haarausfall sorgen die männlichen Hormone ( Sexualhormone ) eine wichtige Rolle: Testosteron wird im Körper zu Dihydrotestosteron umgewandelt – dieses Hormon sorgt aber nun leider dafür, dass die Haarwurzel schlechter mit Nährstoffen versorgt wird. Damit wird das Haar in der Wachstumsphase massiv gestört und seine Lebensdauer wird verkürzt.
Die Folge: Immer weniger Haare werden gebildet und diese sind dann auch noch viel dünner als ein ” normales ” Haar. Ein typisches und unverkennbares Zeichen für diese Art des Haarausfalls sind die Geheimratsecken.

Eine andere Art des Haarausfalls ist der kreisrunde Haarausfall, auch als Alopecia areata bekannt. Hier liegt eine Autoimmunerkrankung / Entzündung vor. Erkennbar ist dieser Haarausfall an kreisrunden, kahlen Stellen.

Durch Diäten, Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse, diverse Infektionen oder auch zu Beginn einer Schwangerschaft sowie wenige Wochen nach einer Geburt können die Haare ausfallen. Bei dieser Form, die sich Alopecia diffusa / diffuser Haarausfall nennt, fallen die Haare nicht komplett aus, sondern man verliert einfach mehr Haare als sonst und dies auf dem gesamten Kopfbereich. Auch durch die Einnahme einer anderen Antibabypille oder durch eine Pillenpause sowie durch andere hormonelle Veränderungen kann es zu Haarausfall kommen. Die gute Nachricht ist hierbei: Sobald der ( Vitamin-)Mangel behoben ist oder sich die Hormone wieder stabilisiert haben, hört auch der Haarausfall allmählich auf und die neuen Haare wachsen wie gewohnt nach.

Diverse Ammenmärchen führen immer wieder zu Diskussionen – hier die Aufklärung:

- Wenn man die Haare zu oft wäscht, fallen sie aus : Stimmt nicht – beim Waschen fallen nur die Haare aus, die sowieso schon locker waren. Dem täglichen Haarewaschen steht also nichts im Wege – es sollte aber ein mildes Haarwaschmittel verwendet werden!
- Häufiges Tönen oder Färben der Haare führt zu Haarausfall: Stimmt auch nicht! Die Farben greifen nur die Struktur der Haare an, nicht aber die Haarwurzel!
- Wenn man die Haare oft schneiden lässt, wachsen sie viel schneller und dicker nach: Auch dieses Märchen stimmt nicht – die Haare fallen nach einem Besuch beim Frisör nur anders und es kann durch den anderen/kürzeren Schnitt dicker erscheinen als es in Wirklichkeit ist!

Der Buchtipp zum Thema Haarausfall:
Haarausfall natürlich heilen: Das Geheimnis schöner und gesunder Haare

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